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Unsere Geschichte

"Mei' Dahoam!" Sonnenhaus und Sonnengaten Sparberegg

Sparberegg gehört zur Gemeinde Pingau im Bezirk Hartberg – Fürstenfeld. Es liegt im Dreiländereck Steiermark, Burgenland Niederösterreich auf einer Seehöhe von 737m. Durch seine besondere Lage auf einem Hochplateau hat Sparberegg viele Sonnenstunden.

Zur Geschichte:

1904: Erbaut als Schulhaus für Sparberegg (damals eine eigenständige Gemeinde)

1968: Schließung der Schule

1975: Kauf des seit 1968 leerstehenden Schulhauses, zuerst gedacht, hier meine private Wohnung, einen Musikprobenraum für meine Musikband „Harry Höfler Band“ (später „Austrian Masters“) und einen Lagerraum für meine damals in Schlag 94 (Dechantskirchen) angesiedelte Firma einzurichten. Später wollte ich auch meine 1969 gegründete Firma „Höfler – das reine Gefühl“ (Putzerei, Wäscherei und Schuhreparatur) hier ansiedeln. Zum Zeitpunkt des Kaufes war ich mit dem Betrieb in Dechantskirchen eingemietet.

1980: Der ursprüngliche Plan der Firmenansiedlung ließ sich nicht umsetzen, da die für den Betrieb notwendige Infrastruktur hier in Sparberegg zum damaligen Zeitpunkt noch nicht vorhanden war. Ich kaufte ein Fabriksareal in Lafnitz und baute dort einen Betrieb mit ca. 55 Arbeitsplätzen für die Region auf. Für das Schulhaus musste ich nun eine andere Lösung finden. Das Ergebnis war der Umbau des Schulhauses in eine Wohnhausanlage mit 12 Wohneinheiten, auch um weitere Familien in Sparberegg anzusiedeln.

Schon damals hatte ich innovative Visionen und ich beschäftigte mich intensiv mit umweltfreundlichen und zukunftsweisenden technischen Alternativen. Die sparsame Nutzung vorhandener Ressourcen stand dabei im Vordergrund. Die Sonnenlage von Sparberegg war für mich ausschlaggebend, beim Umbau des Schulhauses unbedingt diese Ressource zu nützen und so ist das Projekt „SONNENHAUS SPARBEREGG“ entstanden.

Durch intensive Planung, Vorbereitungen und auch meine persönliche Bereitschaft, Risiken einzugehen, konnte ich das damalige Projektziel 1993 - 1995 umsetzen:

Das „Sonnenhaus Sparberegg“ soll weitgehend unabhängig von fossilen Brennstoffen sein und mit „Kraft der Sonne“ möglichst ganzjährig großteils der Energiebedarf für das gesamte Haus abgedeckt werden.

Die besondere Herausforderung für die Umsetzung der neuen Technologie war die alte Bausubstanz (das Schulhaus wurde in der 1904 üblichen Art mit unterschiedlichen Materialien errichtet), die es nach Möglichkeit auch zu erhalten galt. Auch auf die Gefahr hin, als „Spinner“ abgestempelt zu werden, habe ich schon damals beispielsweise bei der Dachisolierung 25 cm hochwertige Dämmung eingebaut.

Die wichtigsten Eckdaten:
• Maximale Ausnützung der Dachflächen mit Sonnenkollektoren auf der Südseite
• Optimale Isolierung der ursprünglichen Fassade durch den Einbau von Wandheizregistern und Abdeckung mit Vollwärmeschutz.

Dadurch ist ein neuartiger „Baustoff“ entstanden, der besonders im Altbau interessant ist.
• Einspeisung von Wärme in die Bauteile Decke und Böden
• Mehrstufige Nutzung der Solarwärme; dadurch reicht eine leichte Anhebung der Wandtemperatur in dieser Zone, um den Wärmefluss nach außen stark zu reduzieren
• Pufferspeicher für Warmwasser (3 x 1500 Liter) im Technikraum
• Sole-Pufferspeicher 1: 1500 Laufmeter Soleheizleitungen unter dem Haus (steht also auf einem „Sonnenhügel“)
• Sole-Pufferspeicher 2: Weitere 1500 Laufmeter Energiespeicherleitungen unter der Teichanlage und in „Oma’s Kudlmudl“ Garten. Bereits 1994 wurde ein beheizter Hausgarten angelegt.
• Diese Sole-Pufferspeicher dienen vor allem dazu, speziell die im Sommer anfallende Überschussenergie in die Erde und das Wasser einzuspeisen und dienen damit als Überhitzungsschutz für die Solaranlage. 
• Nach Norden zu wurde eine Steinschlichtung aufgebaut, um ein „Kleinklima“ zu schaffen und den Wind abzuhalten. Dadurch wird eine rasche Auskühlung innerhalb der Gartenanlage verhindert. Zusätzlich sind die Steine Speichermedium für die direkte Sonneneinstrahlung.

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1994: Bau der Pflanzenreinigungsanlage für das gesamte Wohnhaus

Zum Zeitpunkt des Umbaus vom Schulhaus in ein Wohnhaus war in Sparberegg noch kein öffentliches Kanalnetz vorhanden bzw. war von Seiten der Gemeinde auch keines vorgesehen. Zu den von der Landesregierung vorgeschriebenen Auflagen, eine Abwasserbeseitigung nach dem damaligen Stand der Technik zu errichten, fiel die Entscheidung für eine „PFLANZENREINIGUNGSANLAGE“. Dass die Anlage ganzjährig bestens funktioniert, zeigen die munter im Teich herum schwimmenden Forellen und andere Fische. Einen Teil der Teichanlage kann ich auch als beheizten Schwimmteich nutzen. 
Im Zuge der Errichtung dieser Pflanzenreinigungsanlage entstand der erste Teil der Gartenanlage mit dem Naturgarten.

2011 - 2012: Erneuerung der Solaranlage und Einbau einer Pelletsheizung

Der Fortschritt in der Technik hat auch bei uns nicht halt gemacht: als umweltfreundlichere Alternative wurde eine Pelletsheizung eingebaut und neue Sonnenkollektoren am Dach montiert. Die gesamte Heizung wird nun mit einer zentralen Steuerung geregelt.
Mit Ing. Johann Haas hatte und habe ich einen kompetenten Partner, der mit mir gemeinsam viele Stunden an diesem Projekt herum tüftelte, um eine optimale Lösung zu finden. Das ist uns auch gelungen.

Ein neuer Lebensabschnitt hat 2012 begonnen: mein „Unruhestand“ und ich hatte nun ausreichend Zeit, weitere neue Visionen und Ideen zu entwickeln.

2014 - 2017: Erneuerung und Erweiterung der Solaranlage, Adaptierung der Gartenanlage

Durch unzählige Recherchen habe ich herausgefunden, dass es für die Solaranlage noch weitere Optimierungsmöglichkeiten gibt. Vor allem ein wichtiger Punkt: um noch effizientere Ergebnisse zu erzielen, müssen die Solarzellen auch bei diffusem Licht Energie produzieren. 
Gemeinsam mit Ing. Haas begann ich wieder Ideen zu schmieden und das Projekt „Sonnengarten Sparberegg“ wurde gestartet.

Auf der Suche nach Partnern zur Umsetzung konnte ich auch die HTL Pinkafeld ins „Boot holen“ und wir begannen gemeinsam mit der Umsetzung. Etliche Prüfungen, Messungen und Recherchen bildeten die Grundlage für den „Sonnengarten Sparberegg“, der 2017 vorläufig seine Vollendung findet.